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GESCHICHTE

Emigration

Die ältesten Belege für die Auswanderung aus dem Verzascatal in italienische Städte wie Florenz oder Rom gehen ins 15. Jahrhundert zurück. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zogen Einwohner von Lavertezzo bis nach Palermo in Süditalien. Eine weitere Auswanderungswelle führte nach Frankreich und Belgien, wo Emigranten als Glasmacher tätig waren. In der Lombardei und in Ligurien finden wir sie als Schleifer und im Piemont als Schornsteinfeger. Die Auswanderung erfolgte in Schüben und führte bis nach Österreich und Ungarn und ab 1850 auch nach Australien (Goldsucher) und Kalifornien (Goldsucher und Tierzüchter).

Wirtschaft und Traditionen

In den 1930er Jahren erlebte das Land eine tiefe Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit. Eine Gruppe von rührigen und mutigen Einwohnern des Verzascatals gründete in dieser Zeit das "Komitee für Heimarbeit" (Comitato per i lavori casalinghi a domicilio), das sich dem für das Tal typischen Handwerk widmete: Färben von Wolle mit natürlichen Farben (aus Blättern, Wurzeln und Früchten einheimischer Pflanzen), Handspinnerei, Holzarbeiten. Diese Bestrebungen, die von Organisationen wie Pro Verzasca koordiniert wurden, richteten sich auf verschiedene Bereiche wie Berufsbildung, Landwirtschaft und Tourismus.
Ausser Wolle wurde im Verzascatal auch Hanf (zu Geweben) verarbeitet. Weitere Erwerbszweige waren die Milchverwertung, die Wildheuerei und die Tierzucht, vor allem von Kühen und der typischen schwarzen Verzascaziege.